Die Gründerjahre

TuS 84/10
Gegründet 1884
Alter 133 Jahre
Mitglieder über 10.000

 


Die Gründerjahre

Im Jahre 1884 wurde die Gemeinschaft als Turnerschaft gegründet und schloss sich 1938 mit der Turn- und Sportvereinigung Jahn 1910 zum jetzigen Verein zusammen.
Am 19. Juni 1884 haben 91 Bürger in einer Gründungsfeier im damaligen Hotel .Zum Kronprinzen. den Turnverein 1884 Bergeborbeck aus der Taufe gehoben. Ihr Ziel war, nach der Lehre Friedrich Ludwig Jahns systematisch Leibesübungen zu betreiben.
Diese wurden dann in den Sommermonaten in den Gärten von Gastwirtschaften in Form von Freiübungen und Turnspielen durchgeführt. Während der Winterzeit turnte man an Geräten auf Kegelbahnen oder in geeigneten Sälen der Gaststätten. Immer mehr Bürger fanden Freude an den körperlichen Ertüchtigungen, und der Verein nahm größere Formen an.
1902 zählte der Turnverein zu den Vereinen, die den Verband Essener Turnvereine gründeten.
Der Verein erwarb von der Gewerkschaft Carolus-Magnus ein Gelände an der heutigen Hafenstraße und erstellte aus eigener Kraft einen Sportplatz an der Stelle, wo sich heute das Georg-Melches-Stadion von Rot-Weiß Essen befindet. Jetzt konnte man Leichtathletik und Turnspiele wie Faustball, Schlagball usw. betreiben.
25-jähriges Bestehen
Freudig konnte dann auch der Verein im Jahre 1909 aus Anlass seines 25-jährigen Jubiläums hier zum ersten Mal ein Gaufest mit großem Erfolg durchführen. Zu dieser Zeit gehörten dem Verein bereits 280 Mitglieder an. Eine beachtliche Zahl für die damaligen Zeiten.
Als dann die Jugendhalle mit dem Sportplatz an der Germaniastraße erstellt war, nahm das Vereinsturnen weiteren Aufschwung. Immer stärker wurde der Wettkampf gepflegt und an den Turnfesten in nah und fern rege teilgenommen. Viele bedeutende Siege konnten an die Vereinsfahne geheftet werden.
Der erste Weltkrieg legte den Turnbetrieb fast völlig lahm und riss auch große Lücken im Verein. Dennoch fing man nach Kriegsende mit neuer Tatkraft wieder an, gründete eine Kinder- und Damenabteilung sowie einen Spielmannszug.
Zu den bislang schon gepflegten Faust- und Schlagballspielen wurde auch der Handball aufgenommen und damit ein weiterer Schritt auf dem Wege der Breitenarbeit getan. Die stattliche Zahl der Turner und Leichtathleten besuchte nun die zahlreichen Turn- und Sportfeste der näheren und weiteren Umgebung. Sie besuchten die Deutschen Turnfeste und errangen große Erfolge.

     


Erste Vereinigung

Am 16. Mai 1926 vereinigte sich der Turnverein 1884 Bergeborbeck und der Turnerbund 1892 Bergeborbeck zur Turnschaft 1884 Bergeborbeck. Damit entfaltet sich ein weiteres Aufwärts-streben.
Allein drei Turner turnten in der Kunstturnstädte-Mannschaft Essen und zwei Turner in der Rheinland-Riege.
Die Leichtathleten, Faust- und Handballer konnten ihre Leistungen steigern. Erfahrende Männer bildeten den Nachwuchs heran. Die Kinder- und Jugendabteilungen wurden stärker. Auch das Frauenturnen bekam einen Aufschwung.
Leider wurde diese Aufwärtsentwicklung infolge der eintretenden wirtschaftlichen Notjahre in unserem Lande, die sich besonders in unserem Ortsteil niederschlugen, aufgehalten. Aber geschickte Vereinslenkung und ideales kameradschaftliches Zusammenhalten haben über diese Zeiten hinweggeholfen.
1933 wurde eine mehrseitige Vereinszeitschrift eingeführt, die allmonatlich den Mitgliedern über das laufende Vereinsgeschehen Auskunft gab und auf das Jubiläumsjahr vorbereitete.

     


Zweite Vereinigung

Einer Maßnahme des damaligen Reichsbundes für Leibesübungen zufolge vereinigten sich 1938, die Turnschaft 1884 Bergeborbeck und der ebenfalls leistungsstarke TuS Jahn 1910 Bergeborbeck zur Turn- und Sportvereinigung 1884/1910 Bergeborbeck. Die Fusion wirkte sich dann auch zahlen- und leistungsmäßig aus. Der Verein zählte von nun an zu den Spitzenvereinen Essens. Die Abteilungsberichte weisen große und steigende Erfolge nach.
Der folgende zweite Weltkrieg brachte das Vereinsleben gänzlich zum Erliegen. Die Turnhalle und der Sportplatz wurden als Lager für Fremdarbeiter eingerichtet und später zerstört.

 

Neuanfang

Nach dem Chaos des zweiten Weltkrieges stand der Verein vor dem Nichts.
Unser Ortsteil war durch Wohnungs- und Hungersnot, Trümmer und Elend besonders hart betroffen. Auch das ganze Hab und Gut des Vereins war vernichtet, darunter die vier wertvollen Vereinsfahnen und kostbare Sieger- und Ehrentafeln. Auch die Vereinschronik konnte nicht gerettet werden.
Das Gedankengut aber blieb erhalten. Schon Anfang 1946 fand sich eine kleine Anzahl am Orte verbliebener Mitglieder zusammen und beschlossen, aus den Trümmern wieder neues Vereinsleben zu schaffen. Mit eigenem Fleiß und Schweiß wurde in harter Arbeit zunächst der Sportplatz von Barackenfundamenten geräumt und für den Spielbetrieb wieder hergestellt.
Mit Hand- und Faustballspielen sowie mit Leichtathletik wurde begonnen. Durch intensive Werbung konnten allmählich frühere Mitglieder zurück und neue, vor allem junge Mitglieder, gewonnen werden. So kam Zug um Zug die Abteilungen wieder zusammen.
Um dieses angekurbelte Vereinsleben auch im Winter weiterführen zu können, wurde wieder in Gemeinschaftsarbeit ein kleiner Turnsaal in der Turnhallenruine erstellt. Nun konnte auch das Geräteturnen wieder aufgenommen werden.
In allen Abteilungen ging es aufwärts. Mit je 4 Mannschaften spielte unsere Hand- und Faustball Abteilungen in den Essener Klassen.
Die Turner nahmen rege an Wettkampfveranstaltungen in nah und fern teil. Die Altersturner waren wieder mit dabei. Auch die Turnerrinnen hatten sich zahlen- und leistungsmäßig gut eingereicht.
Über 150 Jungen und Mädchen stellte die Kinderabteilung.